Echtes Mammutprojekt
Gesamtinstandsetzung der Mülheimer Brücke geht mit Verkehrseinschränkungen einher
Ein Unternehmen, das niemals schläft
Gesamtinstandsetzung der Mülheimer Brücke geht mit Verkehrseinschränkungen einher
Die Mülheimer Brücke wird noch längere Zeit eine Großbaustelle bleiben.
Die Mülheimer Brücke ist sanierungsbedürftig. Deshalb finden an diesem Bauwerk umfangreiche Arbeiten statt. Wer mit der Stadtbahn-Linie 13 oder 18 zwischen Riehl und Mülheim unterwegs ist, kann die Arbeiten und ihren Umfang aus der „ersten Reihe“ beobachten. Kölns nördlichste Rheinbrücke ist 682,80 Meter lang, 27,20 Meter breit und unterteilt sich von Riehl kommend in die Deichbrücke (94 Meter), Flutbrücke (104 Meter), Strombrücke (485 Meter) und Rechtsrheinische Rampe (248 Meter). Im Abschnitt der Strombrücke befinden sich mit einem Abstand von 315 Metern zueinander die beiden markanten Stützen.
Fünf Phasen. Die Gesamtinstandsetzung untergliedert sich in fünf Phasen und eine voranlaufende Phase 0 zur Vorbereitung. Die Größe der gesamten Aufgabe lässt sich aus der Aufzählung der „Arbeitspakete“ erkennen: Neubau der rechtsrheinischen Rampe (sie ist fast 100 Jahre alt und der Belastung nicht mehr gewachsen), Sanierung und Verstärkung der Strombrücke, Sanierung der Flutbrücke (beide wurden im Krieg stark beschädigt und vor über 70 Jahren neu aufgebaut), Neubau der Deichbrücke (auch diese ist nahezu 100 Jahren alt), Erneuerung des Belages von Fahrbahn sowie Geh- und Radwegen, Austausch beziehungsweise Neubau von Entwässerungsanlagen, Erneuerung des Korrosionsschutzes, Sanierung von Schweißnahtrissen, Austausch der Hängeseile sowie der Lastverteilungsträger.
Es gilt, eine ganze Reihe von „Arbeitspaketen“ zu bewältigen
Weniger Fahrzeuge. Aktuell ist die Brücke auf ihrer Nordseite in beiden Fahrtrichtungen befahrbar, und die Stadtbahnen nutzen die Brücke ebenfalls. Der Fuß- und Radverkehr findet gleichermaßen auf der Nordseite statt. Im Vergleich zum baustellenfreien Zustand mit etwa 50.000 Kfz können derzeit pro Tag etwa 28.000 Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht bis 3,5 Tonnen die Brücke nutzen. Die bisherigen Verkehrsumleitungen haben sich etabliert. Nun naht die Phase 2 der Gesamtinstandsetzung. Vom 12. Februar bis zum 14. November 2024 wird die Mülheimer Brücke nur noch von Kfz in Richtung Riehl befahren werden können. Die Fahrtrichtung Mülheim muss dann gesperrt werden. In dieser Phase kommt es auch zur Trennung der Stadtbahn-Linien 13 und 18 (2. April bis 7. November). Der Rad- und Fußverkehr kann die Brücke weiterhin in beiden Fahrtrichtungen passieren.
Platz benötigt. In dieser Bauphase werden die Deckbleche und Gleisböckchen im Stadtbahnbereich sowie die Fahrbahnkonstruktion der Strombrücke komplett erneuert. Dafür wird Platz benötigt, der auf dem engen Raum der Brücke nur begrenzt zur Verfügung steht. Die Stadt Köln hat zusammen mit der beauftragten Baufirma bereits jetzt die Arbeiten und verkehrlichen Auswirkungen der anstehenden Phase 2 vorgestellt.

Sanierung von Schweißnahtrissen
Die Mülheimer Brücke ist sanierungsbedürftig. Deshalb finden an diesem Bauwerk umfangreiche Arbeiten statt. Wer mit der Stadtbahn-Linie 13 oder 18 zwischen Riehl und Mülheim unterwegs ist, kann die Arbeiten und ihren Umfang aus der „ersten Reihe“ beobachten. Kölns nördlichste Rheinbrücke ist 682,80 Meter lang, 27,20 Meter breit und unterteilt sich von Riehl kommend in die Deichbrücke (94 Meter), Flutbrücke (104 Meter), Strombrücke (485 Meter) und Rechtsrheinische Rampe (248 Meter). Im Abschnitt der Strombrücke befinden sich mit einem Abstand von 315 Metern zueinander die beiden markanten Stützen.
Fünf Phasen. Die Gesamtinstandsetzung untergliedert sich in fünf Phasen und eine voranlaufende Phase 0 zur Vorbereitung. Die Größe der gesamten Aufgabe lässt sich aus der Aufzählung der „Arbeitspakete“ erkennen: Neubau der rechtsrheinischen Rampe (sie ist fast 100 Jahre alt und der Belastung nicht mehr gewachsen), Sanierung und Verstärkung der Strombrücke, Sanierung der Flutbrücke (beide wurden im Krieg stark beschädigt und vor über 70 Jahren neu aufgebaut), Neubau der Deichbrücke (auch diese ist nahezu 100 Jahren alt), Erneuerung des Belages von Fahrbahn sowie Geh- und Radwegen, Austausch beziehungsweise Neubau von Entwässerungsanlagen, Erneuerung des Korrosionsschutzes, Sanierung von Schweißnahtrissen, Austausch der Hängeseile sowie der Lastverteilungsträger.
Es gilt, eine ganze Reihe von „Arbeitspaketen“ zu bewältigen
Weniger Fahrzeuge. Aktuell ist die Brücke auf ihrer Nordseite in beiden Fahrtrichtungen befahrbar, und die Stadtbahnen nutzen die Brücke ebenfalls. Der Fuß- und Radverkehr findet gleichermaßen auf der Nordseite statt. Im Vergleich zum baustellenfreien Zustand mit etwa 50.000 Kfz können derzeit pro Tag etwa 28.000 Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht bis 3,5 Tonnen die Brücke nutzen. Die bisherigen Verkehrsumleitungen haben sich etabliert. Nun naht die Phase 2 der Gesamtinstandsetzung. Vom 12. Februar bis zum 14. November 2024 wird die Mülheimer Brücke nur noch von Kfz in Richtung Riehl befahren werden können. Die Fahrtrichtung Mülheim muss dann gesperrt werden. In dieser Phase kommt es auch zur Trennung der Stadtbahn-Linien 13 und 18 (2. April bis 7. November). Der Rad- und Fußverkehr kann die Brücke weiterhin in beiden Fahrtrichtungen passieren.
Platz benötigt. In dieser Bauphase werden die Deckbleche und Gleisböckchen im Stadtbahnbereich sowie die Fahrbahnkonstruktion der Strombrücke komplett erneuert. Dafür wird Platz benötigt, der auf dem engen Raum der Brücke nur begrenzt zur Verfügung steht. Die Stadt Köln hat zusammen mit der beauftragten Baufirma bereits jetzt die Arbeiten und verkehrlichen Auswirkungen der anstehenden Phase 2 vorgestellt.

Sanierung von Schweißnahtrissen
KurzTakt

Farbgebung Erste im Kölner Brückengrün
Die Mülheimer Brücke trägt – als erste Brücke überhaupt – die für Köln typische hell-matt-grüne Farbe, die als „Kölner Brückengrün“ bekannt wurde. Dieses findet sich auch auf der Zoobrücke, Deutzer Brücke, Severinsbrücke und Rodenkirchener Brücke, aber ebenso an anderen Brückenbauwerken, zum Beispiel im Grüngürtel. Das Kölner Brückengrün ist eines der markantesten Erkennungszeichen Kölns und prägt das Bild der Stadt. Touristen aus der ganzen Welt werden Köln hieran immer wieder erkennen.

Schwere Schäden Der Zahn der Zeit
Es nagte der „Zahn der Zeit“ an der zweiten Mülheimer Brücke. Auch der beste Schutz durch regelmäßig erneuerten Korrosionsschutz kann die Materialzerstörung nicht gänzlich verhindern. Hinzu kommt die zunehmende Verkehrsbelastung, die dem Material zu schaffen macht. So wurden große Schäden festgestellt und bei der konkreten Arbeit am Bauwerk fand sich ein noch erweitertes Schadensbild. Die rechtsrheinische Rampe muss zum Beispiel neu aufgebaut werden. Die Gesamtinstandsetzung der Brücke läuft, während der Verkehr bisher zwar spürbar eingeschränkt wurde, aber nicht ganz zum Erliegen gekommen ist.
Geschichte Fast ein Jahrhundert
Die Geschichte der Mülheimer Brücke reicht fast 100 Jahre zurück. Zuvor fuhren Fähren zwischen beiden Rheinufern. 1888 wurde eine Schwimmbrücke zwischen Riehl und – dem bis zum 1. April 1914 eigenständigen – Mülheim eingeweiht. Diese Schwimmbrücke lag als Holzkonstruktion auf circa 40 im Rhein verankerten Pontons auf. Mit dem Eingemeindungsvertrag verpflichtete sich die Stadt Köln zum Bau einer festen Rheinquerung. Erst im Oktober 1929 jedoch, geschuldet dem Ersten Weltkrieg und der anschließenden Wirtschaftskrise, wurde die erste Mülheimer Brücke feierlich durch Oberbürgermeister Konrad Adenauer eingeweiht. Dieser hatte sich zuvor gegen den Entwurf einer monumentalen Bogenbrücke gewehrt – deren Entwurf eigentlich als Sieger aus einem Wettbewerb hervorging. Zusammen mit einem Kollegen seiner Zentrums-Fraktion im Kölner Stadtrat setzte Adenauer eine schlankere Hängebrücke durch. Deren Tragseile wurden im Mülheimer Carlswerk hergestellt, dessen Direktor jener Fraktionskollege war. Und die Mehrheit im Stadtrat fand Adenauer nicht in seiner Fraktion, sondern bei der Kommunistischen Partei (KPD). Von praktischer Bedeutung war, dass über diese Brücke bereits auch Straßenbahnen fuhren. Im Zweiten Weltkrieg – am 14. Oktober 1944 – wurde die erste Mülheimer Brücke durch einen Luftangriff zerstört. Jedoch blieben Teile des Bauwerks stehen und konnten etwa als rechtsrheinische Rampe bis jetzt dem Verkehr dienen. Der Neubau der heutigen Mülheimer Brücke folgte dem Entwurf des Kölner Architekten Wilhelm Ripahn und konnte am 8. September 1951 eingeweiht werden. Wieder dabei: Konrad Adenauer, als erster Bundeskanzler der noch jungen Bundesrepublik Deutschland.
Gleisbau im Herzen der City
Umfangreiche Ersatzverkehre fordern KVB und Fahrgäste gleichermaßen heraus

In drei Bauphasen wird die Schieneninfrastruktur der Stadtbahn-Linien 1, 7 und 9 saniert
Die Mülheimer Brücke ist eine der zentralen Verbindungen zwischen dem links- und dem rechtsrheinischen Köln. Die beiden Stadtbahn-Linien 13 und 18 der KVB werden über diese Brücke geführt. Doch auch der Bauwerksbereich unterhalb der Gleise muss erneuert werden. Auch dort findet sich Korrosion, sind die Köpfe der Nieten teilweise nicht mehr existent und die Schweißnähte beeinträchtigt. Doch um dort heranzukommen, müssen die Schienen und deren Auflager entfernt werden. Es gibt keine Alternative zur Trennung der Linien 13 und 18 zwischen den Haltestellen „Slabystraße“ in Riehl und „Mülheim Wiener Platz“.
Linien getrennt. Die KVB nutzt diese Situation, um dann die gesamte Infrastruktur des Stadtbahnbetriebs zu erneuern. Neben Schienen und Auflagern werden die Signale und Kommunikationsanlagen sowie die Oberleitung ebenfalls komplett erneuert. Somit bedarf es später nicht so schnell einer erneuten Trennung des Bahnverkehrs. Doch die Arbeiten lassen sich nicht innerhalb weniger Wochen durchführen. Deshalb kommt es vom 2. April bis einschließlich zum 7. November 2024 zu einer siebenmonatigen Trennung der beiden Linien. Während der Trennung fahren die Linie 13 von Sülz kommend und die Linie 18 aus dem linksrheinischen Süden kommend lediglich bis zur Haltestelle „Slabystraße“. Rechtsrheinisch wird die Linie 13 nicht bedient; die Linie 18 dann nur noch zwischen den Haltestellen „Thielenbruch“ und „Mülheim Wiener Platz“. Die Linie 3 wird ganztägig bis zur Haltestelle „Thielenbruch“ geführt.
Verstärkung eingesetzt. Die Fahrgäste müssen sich umorientieren. So können sie etwa die Stadtbahn-Linie 4 nutzen, die in der südlichen Innenstadt den Rhein überquert. Zu ihrer Verstärkung wird eine Linie 14 eingesetzt, die zwischen den Haltestellen „Keupstraße“ und „Ebertplatz“ fährt – über Deutz und Neumarkt. Zudem wird eine Stadtbahn-Linie 19 eingerichtet, deren Bahnen in der Verkehrsspitze zwischen den Haltestellen „Klettenbergpark“ und „Ebertplatz“ über die Ringe fahren. Des Weiteren setzt die KVB Ersatzbusse ein, die mit der Linienkennung „118“ zwischen den Haltestellen „Mülheim Wiener Platz“ und „Neusser Straße/Gürtel“ fahren. Auch Busse kommen nicht über die Mülheimer Brücke, sondern müssen die Zoobrücke nutzen und fahren die die Haltestellen „Zoo/Flora“, „Boltensternstraße“, „Amsterdamer Straße/Gürtel“ an. Dadurch bestehen zahlreiche Anschlüsse an weitere Stadtbahn- und Bus-Linien.
Überschneidung mit der Fußball-EM. Um diesen Ersatzbetrieb durchführen zu können, hat die KVB bereits einen Gleiswechsel eingebaut, mit dem der Fahrtrichtungswechsel an der Haltestelle „Slabystraße“ nun für beide Linien möglich ist. Für die KVB wird diese Stadtbahn-Trennung eine Herausforderung, die zeitgleich mit dem Bedarf an Mehrverkehren zur Fußball-EM in einer angespannten Personalsituation zu stemmen ist.